Pantone-Farben bezeichnen ein weltweit eingesetztes Farbsystem der US-Firma Pantone LLC. Das Pantone Matching System (PMS) ist seit 1963 auf dem Markt und dient der Systematisierung von Farben und Pigmenten. Besonders in der Grafik- und Druckbranche erfreut sich der physische Pantone-Farbfächer bis heute großer Beliebtheit. Der Fächer unterstützt Hersteller und Designer bei der Bestimmung, Kommunikation und Realisierung von speziellen Farben.1 Grundlage für das Pantone-Farbsystem bilden 18 Basisfarben, die mit miteinander vermischt werden und weitere Farben auf der Farbtabelle ergeben.2

Textildruck-Kontext:

‍Für den Textildruck sind Pantone-Farben allen voran im Siebdruck-Bereich von großem Interesse, da sie einen farbechten Druck und die Darstellung von Sonderfarben ermöglichen.

Ziel des Pantone Matching Systems

Da jeder Mensch eine individuelle Wahrnehmung von Farben besitzt, kann sich dies problematisch auf Prozesse unter Verwendung einer Farbe auswirken. Das Pantone Matching System verfolgt von Anfang an das Ziel, die Farbkommunikation zu vereinfachen. Mittels Pantone-Nummern und Mischverhältnissen lässt sich jede Farbnuance detailliert beschreiben.3 Beispielsweise kann ein Designer seiner Druckerei anhand eines Farbfächers jede wichtige Info zu einer Farbe vermitteln, die sein Kunde sich wünscht. Aus diesem Grund stieß das Pantone Matching System allen voran in der Grafik- und Druckbranche auf großen Anklang.

Aufbau der Pantone-Farbtabelle

Das Pantone Matching System besteht zunächst einmal aus 18 Basisfarben. Diese werden miteinander vermischt, wodurch alle weiteren Farben entstehen. Da jede Farbe mit einer individuellen Pantone-Nummer ausgestattet ist, lässt sie sich eindeutig zuordnen bzw. identifizieren. Daneben gibt Pantone stets Auskunft über den Bedruckstoff, da dieser die Wirkung der Farbe beeinflusst. Während die Farben in der Vergangenheit ausschließlich auf unterschiedlichen Papiersorten abgebildet wurden, sind sie heute auch auf Materialien wir Baumwolle oder Nylon zu finden.

Beispiel für eine Pantone-Farbtabelle

Auszug einer Pantone-Farbtabelle; gonzalorojasx, Colors Pantone Design Free Picture, Needpix

Die Präsentation der Farben erfolgt häufig über die charakteristischen Pantone-Farbfächer (Pantone Formula Guides) und Pantone-Ringbücher (Pantone Solid Chips Books). Alle Präsentationsformen enthalten alle wichtigen Informationen zum Farbset, u. a. mit Farbnummer, -rezeptur und Materialtyp. Bei der Präsentation auf Papier wird zwischen zwei Sorten unterschieden: C (= coated, glänzend beschichtet) und U (= uncoated, unbeschichtet).4

Beispiel für einen Pantone-Fächer

Pantone-Fächer; Unknown origial uploader: Céréales Killer derivative work: MagentaGreen, Nuancier Pantone 2 (Cut out), CC BY-SA 3.0

Pantone-Farben und CYMK

CMYK ist ein verbreitetes Farbsystem für den Druck, ob Offset, Digital- oder Tintenstrahldruck. Auch bekannt als Vierfarbdruck, besteht CMYK aus den vier Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key, die durch Rasterung aufgebracht werden. Die Rasterpunkte werden dabei gleichzeitig neben- und übereinander gedruckt. Die gewünschten Farben entstehen durch das Zusammenführen mehrerer Farben im entsprechenden Mischverhältnis. Daher werden CMYK-Farben auch als Prozessfarben bezeichnet. Dahingegen handelt es sich beim Pantone Matching System um eigenständige Volltonfarben, die das CMYK-Farbspektrum übersteigen und hierüber nicht darstellbar sind. Wurde das Druckmotiv etwa mit Pantone-Farben erstellt, kann ein Vierfarbdrucker die entsprechende Farbe lediglich simulieren, zumal die eingesetzten Druckfarben für eine korrekte Darstellung nicht ausreichen.5 Da die Farben nicht deckungsgleich übernommen werden können, kommt es zu leichten Abweichungen bei der Übertragung.

Weiterentwicklung und Sonderfarben

Die Pantone-Farbpalette wird kontinuierlich erweitert. Dabei werden die neuen Farben in unterschiedlichen Farbsets gebündelt. Zum Teil entstehen die Pantone-Farben in Zusammenarbeit mit namhaften Designern. Jedes Jahr wird eine Farbe des Jahres gekürt, die besonders in der Modebranche einen hohen Stellenwert einnimmt. Beispielsweise lautet die Pantone-Farbe des Jahres 2019: PANTONE 16-1546 Living Coral („lebensbejahendes Korallenrot“).6

Das Pantone Matching System umfasst Sonderfarben, wie etwa Metallic- oder Neon-Farben. Aufgrund ihrer hohen Wiedererkennbarkeit und reibungslosen Reproduzierbarkeit werden die Pantone-Sonderfarben häufig von Unternehmen oder Marken im Zuge ihres Corporate Designs eingesetzt. Bekannte Beispiele wären das Telekom-Magenta oder das Milka-Lila.

Pantone im Textildruck

Im Textildruck-Bereich werden Pantone-Farben in erster Linie im Siebdruckverfahren angewandt. Hauptgrund hierfür ist, dass der Siebdruck eine hohe Farbechtheit ermöglicht. Dies ist besonders für Firmen von großer Bedeutung, die ihr Logo nach Corporate-Design-Vorgaben drucken lassen möchten. Im Digitaldruck ist beispielsweise ein farbechter Druck nur bedingt realisierbar, da die Farbe je nach Vorbehandlung der Textilien verfälscht. Sonderfarben wie Neon- und Metallic-Farben lassen sich hierüber lediglich simulieren, sodass es zu starken Abweichungen zwischen Vorlage und Druck kommen kann.

Druckereien geben häufig die Druckfarben in Form von Pantonewerten an. Um eine spezielle Pantone-Farbe in einer Druckdatei zu erzielen, ist eine Konvertierung von RGB- oder Hex-Werten in Pantone-Farben möglich. Das Quick-Online-Color-Tool auf der Pantone-Seite schafft die nötige Abhilfe. Darüber hinaus führen auch einige Textilhersteller wie etwa Stanley/Stella für ihre Textilfarben zusätzlich Pantone-Werte an.7 Dies ermöglicht eine bessere Planbarkeit während der Gestaltung des zu bedruckenden Textils.

Hintergrund: Unternehmensgeschichte

Die Ursprünge des Unternehmens Pantone LLC gehen auf die 50er Jahre zurück. Angefangen als kleine Druckerei in Manoochie, New Jersey, wurden Farben ohne einheitliche Standards ineffizient und mit hoher Fehleranfälligkeit gemischt. Dies änderte sich durch die Arbeit des Chemikers Lawrence Herbert, der 1956 zunächst angestellt wurde und die Firma 1962 aufkaufte. Er entwickelte das Pantone Matching System – eine eigene Farbtabelle und universelle Farbsprache, die im Jahr 1963 die Druckindustrie revolutionierte. Diese erste Version basierte zunächst auf 10 Basisdruckfarben und wurde stetig weiterentwickelt.8

Da das Pantone Matching System für viele Industriezweige eine einfache Lösung darstellte, erlangte es im Laufe der Jahrzehnte einen immer größeren Bekanntheitsgrad. Mittlerweile ist Pantone LLC ein Weltkonzern in der Farbenbranche mit mehr als 1000 Lizenznehmern weltweit. Im Jahr 2007 übernahm der Farbmesstechnik-Hersteller X-Rite das millionenschwere Unternehmen.9

Alternative Farbsysteme: HKS und RAL

Das Pantone Matching System ist mittlerweile fester Bestandteil der Design- und Druckbranche. Regionale Alternativen sind zum einen das HKS-Farbsystem, das 88 Basisfarben umfasst, aus denen wiederum mehr als 3,5 Tausend Volltonfarben hervorgehen. HKS bietet ebenfalls Farbfächer, mit Fokus auf den Bedruckstoffen Kunstdruck- und Bilderdruckpapier, Naturpapier, Zeitungsdruck- und Endlosdruckpapier.10

‍Eine weitere Alternative stellt das RAL-Farbsystem dar, das bereits 1925 in Berlin gegründet wurde und ab 1927 das Ziel einer einheitlichen Kennzeichnung von Farben verfolgt. Der erste Farbkatalog beinhaltete 40 Farben und wurde stetig erweitert, sodass heute mehr als 2300 Farben existieren und in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden.11 RAL-Farben werden sowohl von Verbrauchern als auch von Unternehmen, Industrie und Handel verwendet.12 Das RAL-System wartet ebenfalls mit einem physischen Farbfächer auf.

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Pantone-Farben
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Pantone-Farben
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Pantone-Farben bezeichnen ein weltweit eingesetztes Farbsystem der US-Firma Pantone LLC. Das Pantone Matching System (PMS) ist seit 1963 auf dem Markt und dient der Systematisierung von Farben und Pigmenten.
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