Print-Fulfillment ist ein moderner Begriff, der aus den USA stammt. Die Wortzusammensetzung enthält einerseits den Bereich Print, stellvertretend für die Bedruckung von Medien, und andererseits das Geschäftsmodell Fulfillment aus der Logistik. Dabei handelt es sich um eine Dienstleistung, die vorrangig die gesamte Abwicklung nach der Bestellung einer bedruckten Ware einschließt. Hierzu gehören unter anderem Lagerhaltung, Rechnungsstellung, Verpackung und Versand.

Textildruck-Kontext:

Im deutschsprachigen Raum bezieht sich Print-Fulfillment in erster Linie auf die Bedruckung von Textilien. In der Regel bieten entsprechende Dienstleister damit einhergehend Print-on-Demand– bzw. Dropshipping-Leistungen an. Diese umfassen unter anderem die Herstellung bzw. Bedruckung erst auf Bestellung.

Fulfillment-Formen

Fulfillment (Logistik)

Das Geschäftsmodell Fulfillment (dt. Erfüllung) entspringt der Logistikbranche und umfasst sämtliche Aufgaben, die nach Abschluss eines Vertrages oder einer Bestellung anfallen bzw. zu erfüllen sind. Die Bandbreite erstreckt sich von der Lagerhaltung und Kommissionierung über die Verpackung und den Versand bis hin zum Rechnungswesen und zur Zahlungsabwicklung. Darüber hinaus bieten einige Fulfillment-Dienstleister zusätzliche Leistungen wie Kundensupport oder Retourenmanagement an. Für gewöhnlich verfügen entsprechende Logistikunternehmen über große Lagerräume mit viel Stauraum. Händler oder Shopbetreiber können ihre Waren zum Lager liefern lassen, wodurch sie Lagerungskosten einsparen.1

E-Fulfillment

In der digitalen Welt bzw. im E-Commerce-Bereich wird die Dienstleistung auch als E-Fulfillment bezeichnet. Mit Aufkommen der Industrie 4.0 entstand der Trend, Prozesse bestmöglich zu automatisieren und outzusourcen. Aus diesem Grund lag es für viele Fulfillment-Dienstleister nahe, den Fokus auf Onlineshops zu legen. Shopbetreiber können mittlerweile sämtliche Aktivitäten, die nach einer Bestellung anfallen, extern auslagern. Viele Dienstleister bieten zudem neutrale Verpackungen und diverse Branding-Möglichkeiten an.

Eine Abwandlung stellt die Dienstleistung Fulfillment by Amazon (FBA) dar. Händler versenden ihre Ware direkt an das Amazon Fulfillment Center und bieten sie gleichermaßen auf der Amazon-Plattform zum Verkauf an.2

Beispiel Amazon-Fulfillment-Center

Beispiel Amazon-Fulfillment-Center in Kentucky; lizzielaroo, Zappos fulfillment center, CC BY-SA 2.0

Print-Fulfillment im Textildruck

Während Print-Fulfillment-Services im US-amerikanischen Raum ein breites Spektrum an Leistungen für vielzählige bedruckte Medien anbieten, konzentriert sich das Geschäftsmodell im deutschsprachigen Raum auf die Bedruckung von Textilien in Kombination mit den Verfahren Dropshipping und Print-on-Demand. Hierbei werden beispielsweise T-Shirts in Onlineshops oder auf externen Plattformen zum Verkauf angeboten, die erst auf Bestellung bedruckt werden. Für den Händler entfallen hierdurch Investitionskosten für den Textilbestand, da ausschließlich Waren bezahlt werden, die bereits bestellt wurden.

Dropshipping

Dropshipping bezeichnet allgemein eine Distributionsart aus der Logistik. Die Ware lagert bei einem Hersteller oder Großhändler, der sie erst auf Bestellung verpackt und auf direktem Weg an den Endkunden verschickt. Der Händler oder Shopbetreiber kommt dabei nicht in Berührung mit der Ware und spart dadurch Kapazitäten.3 Im Vergleich zum klassischen Fulfillment zahlt der Händler keine gelagerten Waren im Vorfeld, sondern lediglich bestellte Produkte. Damit entstehen keine Kosten für die Vorfinanzierung von Textilvorräten.4

Im Textildruckbereich weist Dropshipping eine Schnittmenge mit dem Print-Fulfillment-Verfahren hinsichtlich der logistischen Abwicklung auf. Beide stellen beispielsweise die Verpackung und den Versand bereit. Daneben führen entsprechende Dienstleister weitere Angebote wie etwa neutrale Versandverpackungen sowie Branding-Optionen, sodass der Händler beim Kunden als alleiniger Zulieferer erscheint. Des Weiteren ist Dropshipping eng verbunden mit dem Print-on-Demand-Verfahren. Die fertigen Waren sind nicht bereits vorrätig in einem Lager vorhanden, sondern werden erst noch bedruckt, wenn eine Bestellung eingeht.

Print-on-Demand (POD)

Das Verfahren Print-on-Demand (POD) kommt ursprünglich aus dem Buchdruck-Bereich, auch Book-on-Demand genannt, und bezeichnet die Bedruckung bzw. Herstellung eines Buchs auf Nachfrage. Die Produkte können in Kleinmengen oder als Einzelexemplare erworben werden und sind über spezielle Plattformen verfügbar. Dank des digitalen Direktdrucks (DTG) ließ sich das Prinzip auf den Textildruck übertragen, sodass nun anstelle von Büchern auch Textilien auf Abruf bedruckt werden können. Die Funktionsweise ähnelt damit dem Dropshipping, da ebenfalls lediglich Produkte auf Bestellung bezahlt werden und der Händler keine Vorab-Investitionen leisten muss. Des Weiteren bieten viele POD-Anbieter nicht nur die Bedruckung von Textilien, sondern auch von zahlreichen anderen Bedruckstoffen an.5

Darüber hinaus besteht mittlerweile die Möglichkeit, gängige Shopsysteme wie Shopify oder WooCommerce mit einer Print-on-Demand-Plattform mittels einer Schnittstelle automatisch oder manuell zu verknüpfen.

T-Shirt-Druck an DTG-Druckmaschine

Grundlage für Print-on-Demand: DTG-Druckmaschine

Anwendungsbeispiel

Ein Kunde bestellt ein T-Shirt mit einem Motorrad-Design in einem Onlineshop. Die Bestellung wird automatisch an einen Print-Fulfillment-Dienstleister übertragen. Der Dienstleister bedruckt das Shirt mit dem Design, versieht es mit einem Hangtag des Shops (Branding), verpackt es in eine neutrale Versandtasche und schickt es mit der Absenderadresse des Shopbetreibers direkt an den Kunden. Für diesen ist lediglich der Onlineshop als alleiniger Ansprechpartner sichtbar, während der Dienstleister für ihn gar nicht erst in Erscheinung tritt.

Vor- und Nachteile des Print-Fulfillments

Vorteile

Da das Produkt mittels POD-Verfahren erst nach Bestelleingang hergestellt wird, besteht für den Online-Händler kein finanzielles Risiko. Durch den Service entfallen für ihn sowohl Vorab-Investitionen, wie etwa die Anschaffung eines großen Textilvorrats oder kostenintensiver Druckmaschinen, als auch Lagerkosten. Des Weiteren ermöglicht die Herstellung kleiner Stückzahlen oder Einzelexemplare das risikofreie Testen von Produkten, die hinsichtlich Produktart oder Design im Nachhinein angepasst werden können. Darüber hinaus sind jederzeit Nachdrucke bei Bedarf produzierbar, da die Druckmotive digital vorliegen, wodurch sich die Lebensdauer einzelner Produkte beliebig erhöht.

Vorteile auf einen Blick:

  • Einfache Herstellung von Kleinmengen und Einzelstücken
  • Keine Produktionskosten
  • Keine Lagerkosten
  • Risikofreies Testen von Produkten
  • Beliebige Fertigung von Nachdrucken

Nachteile

Im klassischen Siebdruck fallen die Kosten bei geringer Stückzahl weitaus höher aus, da die Einrichtung mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden ist. Dafür sinken die Kosten bei steigender Stückzahl, während beim POD-Verfahren die Stückkosten stets konstant bleiben. Des Weiteren haben Händler bzw. Shopbetreiber kaum Einfluss auf die Abwicklung der Aufträge sowie die Qualität der Produkte bzw. der Drucke und sind daher in erster Linie auf die Leistungen der Print-Fulfillment-Anbieter angewiesen. Aus diesem Grund stellt die Wahl des passenden Anbieters einen Erfolgsfaktor für den Händler dar.

Nachteile auf einen Blick

  • Gleichbleibende Kosten (auch bei steigender Stückzahl)
  • Wenig Einfluss auf Abwicklung und Qualität

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Kurzinfo
Print-Fulfillment
Name
Print-Fulfillment
Description
Print-Fulfillment ist ein moderner Begriff, der aus den USA stammt. Die Wortzusammensetzung enthält einerseits den Bereich Print, stellvertretend für die Bedruckung von Medien, und andererseits das Geschäftsmodell Fulfillment aus der Logistik.
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